Dienstag, 27. Oktober 2015

Suschnas Buch: Verflixt&Zugenäht. Textile Redensarten, gesammelt und erklärt


Gestern war ein sehr aufregender Tag: Suschnas Buch über Textile Redensarten, "Verflixt und Zugenäht" wurde ausgeliefert, und ich durfte einen Vormittag mitwarten, mitzittern und mit gespannt sein. Ein Buch? Ja, Susanne hat monatelang recherchiert, geschrieben, verbessert, umgeschrieben und schließlich einen zauberhaften Band mit 144 Seiten gestaltet. Die ganzen Redewendungen, in denen von Stoffen, Fäden, Nadeln und Knoten und anderen textilen Elementen die Rede ist und bei denen kaum einer mehr weiß, warum man das so sagt, ordnet sie in den kulturgeschichtlichen Kontext ein. Wer schon immer wissen wollte, wieso der rote Faden ausgerechnet rot ist, was ein "alter Knacker" ist, warum Schneider so oft die heimlichen Helden des Märchens sind, für den ist dieses Buch interessant. Nicht nur schwerst Textilabhängigen, sondern auch Menschen, die an Sprache und Kulturgeschichte interessiert sind, wird "Verflixt und Zugenäht" Spaß machen.

In ihrem Blog Textile Geschichten gab es gestern schon ein paar Blicke zwischen die Buchdeckel, in der nächsten Zeit wird Susanne dort nach und nach noch ein bisschen mehr vorstellen. "Verflixt und Zugenäht. Textile Redensarten, gesammelt und erklärt" kann man im Moment für 15 € direkt bei ihr bestellen - hier stehen alle Informationen dazu -, in den nächsten Tagen werden noch Bestellmöglichkeiten über Onlineshops dazukommen.

 (Wenn ihr möchtet, könnt ihr das Buch auch über mich bekommen, per Mail an nahtzugabe AT gmail Punkt com (AT durch @ und PUNKT durch . ersetzen).

Ergänzung 27. 12. 15: Die letzten Exemplare sind bestellbar bei Susanne direkt (siehe oben), im Machwerk-Shop und bei amazon. 

Ergänzung: Die zweite Auflage ist gedruckt, "Verflixt und Zugenäht" gibt es wie bisher per Direktbestellung über Suschna/Textile Geschichten, im Machwerk-Shop und bei amazon, außerdem ist es in jeder Buchhandlung bestellbar. 


Es war, wie gesagt, wahnsinnig aufregend auf das Buch zu warten. Ich war schon lange in Susannes Plan eingeweiht, weil ich ihren Text lektoriert habe und wir uns immer wieder auch über Gestaltungsfragen und vieles andere, was mit dem Buch-Machen zusammenhängt, unterhalten haben. Aber man kann sich die Seiten noch so oft am Rechner oder ausgedruckt angucken - wie das dann als Buch wirkt, mit festem Einband, Lesebändchen und allem drum und dran, das kann man vorher nur ahnen - und hoffen, dass alles so wird, wie man es geplant hat.

Montag Früh bin ich also zu Susanne gefahren, aber schon mit großem Vertrauen darauf, dass das Buch gut geworden ist, weil eine Druckereimitarbeiterin, die die Lieferung ankündigte, in ihrer Nachricht auf dem AB mindestens fünfmal das Wort "schön" verwendet hatte. Gegen elf stakste dann ein irritierter Speditionsmitarbeiter über den Rasen und klingelte schließlich an der Tür - vermutlich suchte er hinter dem Haus das andere Gebäude mit den Büros des Verlags. 


Aus dem Lastwagen kam eine verschnürte Palette, er stellte sie vor der Haustür ab, die Autorin holte die Schere. Oben im Bild der erste Schnitt!


Und da war es! Da waren sie - lauter einzeln eingeschweißte, gut in der Hand liegende kleine Bücher. 


"Verflixt und Zugenäht" ist ein Hardcover, also ein fester Einband, der mit einem matten Papier mit leichter Struktur bezogen ist. Das Matte sieht wirklich edel aus, und übrigens ist das auf dem Einband nicht einfach eine rosa Fläche, sondern ein eingescannter Stoff - die Gewebefäden auf dem Umschlag erkennt man, wenn man den Band tatsächlich in der Hand hat, das lässt sich im Internet nicht so gut zeigen. 


Der Vorsatz ist aus strahlend rotem Papier, für den "Pralinenschachteleffekt", wie Suschna das nennt.


Ich zeige das Buch deshalb so ausführlich in Bildern, weil es ja immer noch die Mär gibt, selbstgemachte Bücher wären grundsätzlich scheußliche, unprofessionelle Machwerke, die kein Mensch in die Hand nehmen, geschweige denn verschenken möchte. Es ist viel Sorgfalt, viel Überlegung und viel Know-How nötig, um ein Buch wirklich gut zu machen - aber wenn man nichts überstürzt und sich in die Materie reinarbeitet, wie Suschna das getan hat, ist es möglich, wie man sieht. "Verflixt und Zugenäht. Textile Redensarten, gesammelt und erklärt" sieht sehr hochwertig aus, ist äußerst unterhaltsam, und ich habe viel übers Nähen, Weben, Spinnen und andere Handarbeitstätigkeiten gelernt. Nach dem Korrekturlesen war ich so auf textile Redewendungen fixiert, dass mir überhaupt erst auffiel, wie häufig solche Verweise auf Stoffe, Kleider, Fäden und die dazugehörigen Tätigkeiten in unserer Alltagssprache vorkommen. Wenn ihr noch ein Weihnachtsgeschenk für euch, für Handarbeiterinnen, Hobby-Spachwissenschaftlerinnen oder historisch Interessierte sucht, Susannes Buch könnte genau das Richtige sein.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Stoffspielerei im Oktober: Ein Versuch in Reticellaspitze


"Spitze" lautet das Thema der Stoffspielerei im Oktober, vorgeschlagen von Karen, die auch heute die Beiträge sammelt. Das Thema fand ich ziemlich schwierig: Spitzen kommen bei meiner Kleidung so gut wie nicht vor und alles andere aus Spitze - Spitzendeckchen, Spitzengardinen, Spitzenwasauchimmer - liegt auch nicht so auf meiner Linie. Wenn man aber keine Ideen hat, kann man immer noch schematisch vorgehen und ein Thema auf verschiedene Arten variieren: Großes miniaturisieren oder Kleines besonders groß machen, ein ungewöhnliches Material verwenden, die Proportionen verändern, Symmetrisches asymmetrisch machen und dergleichen mehr.

Spitze in großem Maßstab und aus einem ungewöhnlichen Material wie Paketschnur kam mir in den Sinn, und gleichzeitig die Anleitungen zur Spitzenherstellung aus "Ich kann handarbeiten" von Mizi Donner und Carl Schnebel von 1913 (Nachdruck 1995 unter dem Titel "Handarbeiten wie zu Großmutters Zeiten"). Dort wird das Herstellen von Nähspitzen beschrieben, einer Spitzentechnik, bei der Fäden als Gerüst des Musters in Form gelegt und mit unterschiedlichen Nähstichen miteinander verbunden werden. Anders als bei Durchbruchspitzen (Hohlsaum oder Hardanger) oder Stickereispitzen (Richelieu, Madeirastickerei, Tüllstickerei) hat die Spitze kein Grundgewebe - die Nähspitze wird allein aus Garnen verschiedener Stärke geformt. Mit der Materialstärke, die normalerweise bei Spitzen zum Einsatz kommt, ist die Technik sehr, sehr langwierig, und ich frage mich doch, wieviele Damen der wohlhabenden Schichten sich um 1913 hinsetzten und auf diese Weise ihre eigene Spitze herstellten. Aus der Zeit sind zwar wunderbare, aufwendige Handarbeiten erhalten - und viele davon hergestellt von Heimarbeiterinnen zu Verkauf, also von Profis - aber vielleicht war es doch im Prinzip wie heute, dass zwar viele Selbermacherinnen so ein  Buch kauften, aber nur wenige die Anleitungen nacharbeiteten?    

Aus dickerem Garn erschien mir so ein Spitzenmotiv aber machbar, und ich machte mich an die Reticellaspitze (S. 237ff.) heran, eine italienische Spitze mit verhältnismäßig einfachen geometrischen Motiven, die laut Donner/Schnebel am Übergang von Durchbrucharbeiten zu freier Nadelspitze steht.


Die Tücken, oder genauer gesagt: Die Lücken der Anleitung wurden wie immer erst beim Machen deutlich. Die Anleitung beschreibt sehr umständlich und nicht besonders klar, wie zunächst die Vorlage für das Gerüst der Spitze auf Pergamentpapier und dann mittels Durchstechen mit einer Ahle entlang der Musterlinien auf ein Stück dunkles Wachstuch zu übertragen ist. Entlang der Musterlinien soll das Wachstuch alle 2 mm perforiert werden, die Löcher im Wachstuch bilden anschließend die Einstichpunkte, wenn die so genannten "Büschel" aus Spitzenzwirn aufgenäht werden. Die "Büschel" sind Stränge aus mehreren dickeren Einzelfäden, mit denen das Muster angelegt wird und die anschließend überstickt werden.

Das perforierte Wachstuch heftet man auf eine Stück Leinen als Arbeitsunterlage. Anfängern wird eine gezeichnete Vorlage auf Stoff empfohlen, die auf das Wachstuch geheftet wird - wie man dabei verhindern will, dass man ständig in das Leinen sticht und die Spitze an der Unterlage festnäht, ist mir aber nicht klargeworden, wahrscheinlich habe ich das nicht richtig verstanden. Da ich kein Wachstuch hatte, habe ich die Vorlage einfach auf Karopapier gezeichnet, wobei mir erst beim übernächsten Schritt klar wurde, dass ich mir das Perforieren hätte sparen können, durch so ein einfaches Schulheftpapier sticht man ja mit der Nähnadel mit Leichtigkeit durch.

Als nächstes wird das Muster nämlich "trassiert", das heißt die Fadenbündel des Spitzengerüsts werden mit Überfangstichen auf der Vorlage festgenäht. Dabei sticht man durch alle Schichten (Vorlage bzw. Wachstuch und Unterlage) durch, diese Stiche werden zum Schluss aufgeschnitten, um die Spitze von der Unterlage abzulösen. Ich habe daher verschiedene Reste bunte Nähseide benutzt, um mein Garn, eine naturfarben melierte Baumwoll-Viskose-Mischung aufzunähen.     


Beim Aufnähen fiel mir auf, dass es in dem Maßstab, in dem ich nähe, gar nicht günstig ist, wenn die Überfangstiche nur 2 mm auseinander liegen. Beim anschließenden Verbinden des Gerüsts mit verschiedenen Füllstichen und Schlingstichen näht man nämlich nicht mehr durch die Unterlage durch, sondern erfasst nur noch die Fäden der "Büschel". Wenn die schon dicht an dicht festgenäht sind, kommt man dazwischen mit dem dickeren Garn gar nicht mehr durch. Die zweite Hälfte der Vorlage habe ich daher etwas großzügiger vorbereitet, und anschließend begonnen, ein Deieck mit dem einfachsten Flächenmuster zu füllen (im Buch das erste Muster oben links). Das Garn ist ein mitteldickes Baumwoll-Häkelgarn, etwa so wie dünneres Perlgarn, aber glatter und feiner gedreht.


Die Stege zwischen den Mustereinheiten werden mit Schlingstichen umstickt. Wie dicht, wie und wo man die Stiche setzt, das ist alles der Erfahrung und dem Geschick der Stickerin überlassen. Für geometrische Formen mit glatten Rändern und mit dickem Garn wie hier ist das nicht besonders schwierig. Im richtigen Maßstab, mit Spitzenzwirn und mit freien Formen wie bei der eigentlichen Nadelspitze, ist diese Handarbeit mit heutigen Geduldsmaßstäben gemessen nicht mehr umsetzbar.


Hier mal etwas vergrößert - das Karopapier ist ein normales Matheheft-5 mm-Karo. So weit bin ich inzwischen gekommen - ich bin neugierig, ab das Motiv zusammenhält, wenn ich es ablöse (und neugierig, ob ich die Geduld aufbringe, es fertigzunähen...).
 
Mit traditioneller Nadelspitze verglichen ist das natürlich grober Kinderkram, was ich hier probiert habe. Die Dentelle d'Alençon, Nadelspitze aus Alençon in der Normandie, ist so ein Beispiel für freie Nadelspitze. In die faszinierende Geschichte dieser Spitze habe ich mich bisher nur oberflächlich hineingelesen. Zu ihrer Hochzeit im 18. Jahrhundert waren acht bis zehn Millionen Arbeiterinnen in der Spitzenindustrie beschäftigt. Heute wird diese Spitzentechnik als immaterielles Kulturerbe weiter gepflegt und es gibt auch ein Museum. Die Ausbildung zur Spitzenstickerin dauert acht Jahre, ein Spitzenstück in Briefmarkengröße erfordert zwischen 7 und 15 Arbeitsstunden. (Quelle für diesen Absatz) Hier in diesem Film werden die zehn Arbeitsschritte der Spitzenherstellung gezeigt (französisch, Spitzenstickerei beginnt bei 3.30).

Die anderen Stoffspielereien zum Thema Spitze finden sich bei Karen, vielen Dank fürs Sammeln!

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der weitere Plan bis Jahresende:
29. November – Thema Folklore (hier im Nahtzugabe-Blog)
27. Dezember – WINTERPAUSE

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Neu im Zeitschriftenregal: Brigitte kreativ ohne Blogger - und das ist auch gut so

Ein Kreativ-Sonderheft von Brigitte liegt zur Zeit in großen Stapeln in den Zeitschriftenläden. Als großer Fan der Selbermach-Anleitungen Brigittes aus den späten 90ern und frühen 2000er Jahren musste ich das Heft natürlich genauer unter die Lupe nehmen. Meine Erwartungen waren nicht sonderlich hoch - nach dem lieblos schnell zusammengehauenen DIY-Beiheft, über das ich mich 2010 aufgeregt hatte, hatte ich Brigitte in punkto Anleitungen innerlich schon abgehakt.


Aber das neue Heft hat mich sehr positiv überrascht. Stricken und Häkeln sind am meisten vertreten, und wenn einem der Stil zusagt, findet sich bei Brigitte kreativ sicher einen Wunschmodell: Es gibt sowohl sehr einfache, anfängertaugliche Anleitungen mit dicker Wolle, die aber durch Farbe, Garnauswahl und Inszenierung alles andere als simpel wirken, genauso findet man aber auch Anleitungen mit aufwendigen Zopfmustern und aus dünnem Garn für die geduldige und geübte Strickerin.

Da gibt es sehr Farbiges, zum Beispiel ein bunt geringeltes Twinset, einen ganz einfachen Schal mit bunten Blockstreifen aus Mohairgarn, der vor allem von den schön abgestimmten Tönen lebt, aber auch Jacken und Pullover in Naturtönen oder in schwarz-weißen Garnen. Der grüne Strickmantel vom Foto unten gefällt mir zum Beispiel wahnsinnig gut, die schwarz-weiße Strickjacke mit einer Art Wabenmuster von S. 78 und der Zopfpullover von S. 79.


Eine Brigitte-typische Anleitung bei der man von elf Garnfarben jeweils nur ein bißchen braucht ist auch dabei - ebenfalls wie früher! Brigitte-Anleitungen wie diese brachten meine Mutter in den Achtzigern  zur Verzweiflung, sie verbrachte Tage mit dem Abtelefonieren der Hamburger Wollgeschäfte, um geeignetes Material zu beschaffen. Heute gibt es das Garn als spezielle Brigitte-Edition von Lana Grossa und Materialpakete für einige Modelle lassen sich über einen eigenen Webshop bestellen.

"Wir inspirieren und schaffen so Bedürfnisse. Und dann liefern wir die Produkte, um diese zu befriedigen.", so formulierte der Verlagsgeschäftsführer von Gruner + Jahr das Konzept. Das Wecken von Bedürfnissen funktionierte schon in den 80ern hervorragend, dass das geweckte Bedürfnis heute nun auch umstandslos vom gleichen Anbieter befriedigt wird, finde ich angesichts der Allgegenwart von Produktplacement und gekauften Artikeln in Frauenzeitschriften auch nicht weiter verwerflich. Solche Printprodukte können heute ohne weitere Einnahmequellen kaum noch bestehen, und das Verkaufen von Handarbeitsmaterialien über eine eigene Plattform ist doch immer noch ehrlicher, als im redaktionellen Teil überteuerte Kosmetikprodukte der Inserenten in den Himmel zu loben.



Wer nicht strickt, für den ist Brigitte Kreativ wahrscheinlich nicht so interessant, denn die anderen Themen nehmen nur etwa die Hälfte des Heftes ein: Allerlei Nähereien und Dekorationen mit Fransen, abstrakte Kreuzstichstickereien auf Stramin oder Filz und nadelgefilzte Muster auf Kissenbezügen und Decken. Von der Umsetzung der Filzidee bin ich begeistert: Da werden Punkte, Kreise und Streifen auf grauen Wollstoff gefilzt, schlicht und schön und modern wie aus einem teuren Einrichtungshaus. Wie gut, dass ich mir gerade eine Filznadel und Filzwolle angeschafft habe.

Der Mantel zum Selbernähen vom beigehefteten Schnittbogen ist ein ganz einfaches, weites Modell mit eingefassten Kanten, ohne Verschluss, offensichtlich wird den Leserinnen beim Nähen weniger zugetraut als beim Stricken. Aber, auch wenn der Mantel ganz einfach ist: er passt zur Mode, die ausgewählten Stoffe finde ich sehr schön und hochwertig, und er kann sicher von jeder Nähanfängerin bewältigt werden.


Katarina hatte schon vor 14 Tagen über das Heft geschrieben und neben der Stricklastigkeit moniert, dass das Heft für Leserinnen, die mit der DIY-Szene im Netz vertraut seien, wenig zu bieten habe und hatte mit Überraschung registriert, dass Blogs im Heft kaum eine Rolle spielten.

Ich glaube der erste Teil der Kritik ist aus unserer Perspektive, der der begeisterten Blogleserinnen und -schreiberinnen, zwar naheliegend, aber auch ein wenig ungerecht. Wir kennen uns im Netz gut aus, wir haben unsere Anlaufpunkte und wissen, wie und wo wir Inspirationen und Anleitungen finden. Sofern wir selbst Blogs schreiben, wissen wir, wie Anleitungen gemacht werden, wie Fotos bearbeitet werden müssen und können im Hinblick auf viele Anleitungen in Zeitschriften oft zu Recht sagen: Das kann ich auch. Wir sind selbst Publikationsprofis in Sachen DIY, und beurteilen so eine Zeitschrift daher aus einer ganz anderen Ausgangslage heraus als die durchschnittliche Zeitschriftenleserin. Vielleicht hinkt der Vergleich, aber ich nehme an, dass zum Beispiel ein Musiker ein Konzert auch ganz anders beurteilt, beurteilen kann, als so eine normale Konzertbesucherin wie ich, die nie über die Grundlagen des Klavierspiels hinausgekommen ist.

Katarinas zweite Beobachtung - dass Blogs in Brigitte Kreativ keine Rolle spielen - sehe ich daher als Stärke des Heftes. Wenn mir beim Durchblättern gleich wieder einige der üblichen und allzu bekannten Blogs entgegen gesprungen wären, die die Lieblinge der Zeitschriften sind, ich hätte das Heft nicht gekauft, denn eine Zeitschrift, die das Internet abdruckt, brauche ich nicht.

Meistens ist es doch so: Mit Blogporträts, Anleitungen aus Blogs, Bloggerinnen, die ihre Lieblingsprodukte oder Lieblingscafés oder Lieblingsrezepte vorstellen, werden billig Seiten gefüllt. Die Inhalte, die Bloggerinnen liefern, sind gut. Oder zumindest nicht schlechter als Inhalte, die man von freien Mitarbeiterinnen erstellen lässt, aber viel günstiger zu haben, sind sie doch meistens schon im Blog erschienen und also eine Zweitverwertung, oder, im Fall von Blogporträts, Werbung für die beteiligten Bloggerinnen. Die Bloggerinnen können sich geschmeichelt fühlen, aber als Autorinnen und Fotografinnen, als Profis in Sachen DIY werden sie in den meisten Fällen nicht anerkannt und vor allem auch nicht bezahlt.

Daher bin ich sehr froh, das Brigitte Kreativ diesen Weg nicht beschritten hat. Den persönlichen Touch liefern stattdessen die Redakteurinnen, die zeigen, woran sie selbst gerade basteln (S. 50-57), auch das nicht ganz neu, denn schon früher erfuhr man in Brigitte, was die Mutter der Moderedakteurin Selbstgemachtes zu Weihnachten verschenkt, wie die Chefsekretärin den Gänsebraten zubereitet, und welche Plätzchen der Grafiker backt.

Geschrieben ist das Heft in einem sehr angenehmen, milde selbstironischen Ton, der erstaunlich wenig Zeitschriftenfloskeln verwendet, kein Vergleich zu dem Quatsch in Burda Style, der meinen hauseigenen Journalisten Monat für Monat zu höhnisch-fassungslosen Vorlesestunden animiert. Die Texte haben tatsächlich einen Inhalt, sind unterhaltsam zu lesen und vermmitteln mir nicht das Gefühl, dass mich die Zeitschrift für wesentlich dümmer hält, als ich bin.

Kurz gesagt: Brigitte Kreativ hat zwar die Kreativzeitschrift nicht neu erfunden, sondern knüpft an ein Konzept an, das Brigitte so ähnlich schon vor gut 15 Jahren entwickelt hatte, aber alte Konzepte sind nicht in jedem Fall schlecht. Man muss nicht noch eine Kreativ-Community gründen, man muss keine QR-Codes in ein Heft drucken, man muss keine Videokurse drehen oder Wettbewerbe bei Instagram ausrufen - für eine Kreativzeitschrift ist zunächst einmal wichtig, ein gutes Heft zu machen, und das ist Brigitte meiner Ansicht nach sehr gut gelungen.    

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Me made Mittwoch mit gut Kaffee und slect Deutsch oder: Die Tücken der Straßenfotografie


Solange der Kaffee gut ist, sind slect Deutsch und begrenzte mimische Möglichkeiten (2 Fotos - 1 Gesichtsausdruck) gar nicht so schlimm! Ein Bild aus dem wahren Leben mit der Strickjacke von letzter Woche und einer schon verknautschten Bluse von 2013. Solche unkomplizierten, dokumentarischen Schnappschüsse würde ich mir ja öfter fürs Blog wünschen, aber meistens fehlt mir dafür die Fotografin.

Die Strickjacke aus Cotton Merino hat sich so gut in meine Garderobe eingefügt, als hätte ich sie schon immer gehabt. Eine Bluse mit Kragen zu einer Strickjacke mit Kragen zu tragen, ist nicht das Günstigste, aber die Jacke ist so warm (wärmer als ich dachte, das Garn besteht ja zur Hälfte aus Baumwolle) und kratzt überhaupt nicht  - anders als die Jacken aus Sockengarn - dass ich morgens sehr gern dazu greife. Das matte Himbeerrosa und das Dunkelgrün passen aber auch sehr gut zusammen!


Im Me made Mittwoch-Blog zeigt Gast Ella Mara heute ein Wickelkleid aus Viskosekrepp und schreibt über das Auf und Ab beim Nähen - wenn der Stoff beim Zuschnitt verkehrt herum liegt, und am Ende dann doch noch alles gut wird.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Winterjacken-Sewalong Teil III: Zwischenstand oder: Was ihr schon immer über Reverskragen wissen wolltet, aber euch nicht zu fragen trautet

Im Memademittwoch-Blog ist heute das dritte Treffen des Winterjackensewalongs und damit Gelegenheit, den Fortschritt zu dokumentieren und Hilfe zu finden, falls es Probleme gibt. Da ich  heute mit einem Reverskragentutorial Gastgeberin bin, habe ich schon sehr strebsam vorgenäht. Das Tutorial gibt' s zusätzlich hier im Blog, die Linksammlung mit allen Zwischenständen drüben.

Mit Reverskragen habe ich mich auch erst schwergetan. Die meisten Anleitungen sind einfach zu knapp gehalten, als dass man wüsste, worauf man achten muss. Nach ein paar Kragenversuchen und etwas ergänzender Nähbuch-Lektüre habe ich jetzt aber eine Methode gefunden, mit der ich gut zurechtkomme, und die stelle ich hier vor.

Anatomie eines Reverskragens


Bevor es losgeht, ist es vielleicht sinnvoll, sich erst mal über die Einzelteile eines Reverskragens klar zu werden, ich habe daher einen älteren Mantel von mir von innen fotografiert und die Schnittteile nachgezeichnet:



Die Form des gesamten Kragenbereichs, also von Vorderteilbeleg und dem eigentlichen Kragen, wird in der Herrenschneiderei auch "Fasson" genannt - achtet mal auf der Straße drauf, oder auch bei Anzugjacketts, da gibt es ganz verschiedene Formen: Die Spitze des Belegs kann nach oben oder nach unten zeigen (steigendes bzw. fallendes Revers), die sichtbare Verbindungsnaht zwischen Beleg und Kragen (die so genannte Spiegelnaht) kann einen ganz unterschiedlichen Verlauf nehmen, der Winkel, der sich an der Außenkante zwischen Kragen und Vorderteil bildet (der Crochet oder Fassonspiegel) kann spitzer oder stumpfer sein.

Reverskragen nähen 


1.  Vor dem Nähen werden der Vorderteilbeleg, der Rückenteilbeleg sowie jeweils ein Kragen und ein Kragensteg mit Einlage verstärkt. Ob es besser ist, den Unterkragen oder den Oberkragen bzw. den äußeren oder den inneren Kragensteg zu verstärken, darüber könnte man endlos diskutieren. Ich verstärke den Unterkragen und den äußeren Steg, denn dann lässt sich meiner Meinung nach der Stoff des Oberkragens leichter so hinbügeln, dass man an den Kragenkanten die Naht nicht mehr sieht, wenn man auf den Kragen guckt.

Außerdem zeichne ich die Nahtlinien der Kragenteile und die Passzeichen noch einmal ganz genau auf die Einlageseite auf. Wollstoff kann man ja normalerweise nicht so gut und präzise markieren, daher freue ich mich, wenn ich wenigstens auf einer Seite ganz genau weiß, wo ich entlangnähen muss.  

2.  Bei meinem Mantel besteht der Kragen nur aus einem Teil - der Kragensteg ist angeschnitten, daher entfällt bei mir der erste Nähschritt: Kragen und Kragensteg verbinden. Ihr näht jeweils das Kragenteil mit Einlage und das Stegteil mit Einlage und die beiden Teile ohne Einlage rechts auf rechts zusammen. Vorher gut stecken und dann ganz langsam - da die Nahtlinien, die zusammentreffen, unterschiedlich gebogen sind, ist das Steppen etwas kniffelig. Die Nahtzugabe schneidet ihr auf 5 mm zurück und bügelt sie auseinander. Probiert das Flachbügeln erst mal, ohne die Nahtzugaben quer zur Naht einzuschneiden - bei Wollstoff geht das, und der Kragensteg bleibt so stabiler. Meistens steppt man die Teile auch noch rechts und links der Verbindungsnaht ab - schaut nach, was die Anleitung dazu sagt.


3.  Als nächstes werden Oberkragen und Unterkragen verstürzt. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Oberkragen etwas mehr Länge und Weite braucht als der Unterkragen, das kann man sich leicht veranschaulichen, wenn man sich die zwei Kragenteile über die Hand hängt: Das obere Teil muss wegen der Biegung sozusagen einen längeren "Weg" zurücklegen - und bei dem umgebogenen Kragen am Mantel ist das später dann genauso. Richtig ausgeklügelte Schnittmuster berücksichtigen das sogar schon und haben unterschiedlich große Schnittteile für Ober- und Unterkragen.


So sieht das "blasige" Feststecken des Oberkragens bei mir aus

Bei den meisten Schnitten wird für beide Kragenteile das gleiche Schnittteil verwendet,  und daher muss man den Oberkragen etwas "blasig" rechts auf rechts auf den Unterkragen stecken. Versucht, den Oberkragen beim Stecken etwas zusammenzustauchen. Ihr steppt dann mit der Einlageseite nach oben entlang der aufgezeichneten Nahtlinie, so dass der Transporteur im besten Fall die unten liegende unverstärkte Seite etwas einhält. Und, ganz wichtig: Näht nur genau vom Anfang der Nahtlinie bis zum Ende, also beginnt und endet nicht wie sonst auf der Nahtzugabe!

Gesteppt, Nahtzugaben zurückgeschnitten

Gewendet und gebügelt, von unten - die Naht liegt auf der Unterseite des Kragens

Wenn ihr jetzt die Nahtzugaben zurückschneidet, an den Kragenspitzen quer abschneidet, an Rundungen quer zur Naht vorsichtig einschneidet und  den Kragen wendet und bügelt, sollte sich der Oberkragen ganz leicht so hinschieben lassen, dass die Naht einen Tick auf der Unterseite des Kragens liegt. Haltet den Kragen so, wie er später getragen wird, also umgeklappt und rund gebogen, und probiert, ob er sich schön legt. Bei Wollstoff kann man in diesem Stadium mit Bügeln noch eine Menge erreichen, wenn sich z. B. die Kragenecken nach oben ziehen.

4.  Jetzt müssen die Belegteile zusammengefügt werden. Ich überlege jedes Mal, wie herum der Rückenteilbeleg an die Vorderteilbelege gehört, und bin jetzt darauf gekommen, dass ich mir die Teile am besten so umhänge, wie sie später im Mantel auch zu liegen kommen: Die rechte Stoffseite zu mir, den Rückenteilbeleg um den Hals und die Vorderteilbelege im Anschluss, so dass ich die Ecke zum Revers umklappen kann, dann mache ich das nicht jedes Mal falsch. Näht die Belegteile an den schmalen Seiten zusammen - in diesem Fall auch über die Nahtzugaben drüber - und bügelt die Naht auseinander.

Vorderteilbeleg rechts auf rechts ans Vorderteil nähen - aber nur bis zum Passzeichen nähen

5.  Die Belege werden jetzt rechts auf rechts auf die Mantelvorderteile gesteckt, jeweils vom Querzeichen, wo der Kragen endet, bis nach unten zum Saum. Da der Beleg beim fertigen Revers umgeklappt getragen wird, braucht er auch wieder etwas mehr Weite und muss "blasig" festgesteckt werden. Ihr näht die Belege dann auch jeweils vom Querzeichen (wo ihr die Naht verriegelt) bis zum Saum fest. Schneidet die Nahtzugaben stufig zurück - Einschneiden ist meistens nicht nötig, da die Strecke ziemlich gerade ist - und bügelt die Nahtzugaben erst von der linken Seite auseinander, stülpt dann den Beleg komplett nach innen um und bügelt die vorderen Kanten. Ich hefte oft auch einmal mit der Hand an der Vorderkante entlag, damit mir das mühsam Gebügelte nicht beim weiteren Nähen immer wieder auseinander fällt.


6.  Nun wird der Kragen in den Halsausschnitt eingesetzt. Steckt den Unterkragen (rechte Seite des Unterkragens liegt auf der rechten Seite des Mantels) im Halsausschnitt fest, die Passzeichen am Kragen treffen auf die Schulternähte, und an den Mantelvorderteilen reicht der Kragen genau bis zu dem Passzeichen, bis zu dem ihr eben den Beleg festgenäht habt. Näht den Kragen ein, auch hier wieder genau von Nahtende bis Nahtanfang, und bügelt die zurückgeschnittenen Nahtzugaben des Ansatznaht auseinander.


7.  Zuletzt ist nur noch der Oberkragen locker, und da die Nahtzugaben des Kragens nicht mit festgenäht wurden, ist es gar nicht so schwer, den Oberkragen an den Halsbeleg und den Vorderteilbeleg zu stecken und zu nähen. Achtet auch wieder darauf, dass der Oberkragen mehr Länge braucht, um sich umzulegen. Steckt erstmal, klappt die Belege nach innen und formt den Kragen so, wie er dann später getragen wird: rund um den Hals und umgeschlagen. Wenn das noch nicht sitzt, lasst noch etwas Nahtzugabe raus, steckt nochmal und probiert es wieder. Volle 100 Punkte erhaltet ihr, wenn ihr jetzt daran denkt, einen Aufhänger in dieser Naht mitzufassen

Es ist jetzt ein bißchen kniffelig, die Ansatznaht ordentlich auszubügeln, weil man an die Stelle so schlecht dran kommt - aber das schafft ihr! Zuletzt näht ihr die Nahtzugaben von Rückenteil und Rückenteilbeleg von innen ein Stück weit aufeinander, um das Ganze zu fixieren, und damit habt ihr den Reverskragen auch schon bezwungen!

Ergänzende Tipps und Tricks sind gerne gesehen - alternativ gibt es ja z. B. die Methode, bei der man den Unterkragen an den Mantel und den Oberkreagen an die Belege näht und dann alles in einem Rutsch - Kragenaußenkanten. Reversecke, Belege - miteinander verstürzt. Man muss dabei mit ziemlich großen Teilen hantieren, daher habe ich mich noch nicht getraut, diese Reihenfolge auszuprobieren. Was meint ihr dazu? Ist das praktikabel?

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Refashion, Recycling, Upcycling: "Neues Leben für alte Kleider" gibt es bald als Buch

Bei den Bloggertreffen der letzten Monate, in Muriels-(Nahtzugabe5cm) Podcast und bei twitter habe ich es schon erzählt: Demnächst erscheint wieder ein Handarbeitsbuch von mir, und ich bin ziemlich aufgeregt, wie das wird, oder besser gesagt: wie es dann ist, wenn es da ist, es ist nämlich, was meinen Teil der Arbeit betrifft, fertig.


Falls ihr mein Blog schon lange lest, wird euch das Thema bekannt vorkommen, es geht nämlich um Kleidungs-Upcycling oder -Recycling oder Refashion, also auf Deutsch gesagt darum, aus alten Kleidern, die man nicht mehr mag oder nicht mehr trägt, etwas Neues zu machen. Vor Urzeiten, im Jahr 2011, gab es hier im Blog mal eine Serie zu dem Thema mit einer monatlichen Linksammlung voller Ideen zum Umgestalten und Weiterverwenden, die schon "Neues Leben für alte Kleider" hieß.

Für das Buch habe ich mir aber ein paar neue Sachen ausgedacht und gleichzeitig ein paar Recycling-Klassiker wie den Jeansrock aus einer Jeanshose aufgenommen. Ich dachte mir, dass es nicht besonders sinnvoll ist, Anleitungen zu schreiben, für die man sehr spezielle Kleidungsstücke braucht, die wahrscheinlich nur die wenigsten zufällig im Schrank haben. Deshalb geht es bei Neues Leben für alte Kleider ausschließlich um Jeans, Oberhemden, T-Shirts und Wollpullis, mit Anleitungen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen.

Im Juli und August, als es in Berlin so heiß war, war gerade die Hochphase des Beispiele-Nähens bei mir, und ich saß also bei geschlossenen Türen und Fenstern drinnen, nähte und probierte und änderte und fotografierte, lüftete mich am Abend in einem Straßencafé aus (um auch mal wieder unter Leute zu kommen), lüftete nach Mitternacht die Wohnung und nähte am nächsten Tag weiter... Das war schon ein bißchen extrem, aber mir hat es trotzdem großen Spaß gemacht. Mir gefällt es, mir ein Konzept für so ein Buch auszudenken, zu überlegen: Wer soll es kaufen, wie baut man es am besten auf, was ist eine gute Mischung von Schwierigkeitsstufen und Projekten? Mir macht das Schreiben Spaß, mir macht es Spaß, die Projekte umzusetzen und zu fotografieren und so zu gestalten, dass das Buch stilistisch sozusagen aus enem Guss ist. Außerdem hatte ich diesmal das Glück, dass eine tolle Fotografin aus Leipzig die fertigen Sachen abgelichtet hat - darüber schreibe ich aber später nochmal, wenn das Buch da ist und ich ein bißchen was zeigen kann.

Das dauert noch bis Ende des Monats, und ich bin selbst sehr, sehr gespannt. Man bekommt zwar bei den vorletzten und den letzten Korrekturen die Buchseiten als pdf (es geht ja auch darum, dass die Bilder richtig zugeordnet sind), aber als Buch ist das natürlich nochmal etwas ganz anderes. Das ist fast so wie der Unterschied zwischen einer Stoffbahn und einem Kleidungsstück: Man kann sich zwar vorstellen, wie ein Stoff als Rock, Hose, Jacke aussehen würde, aber das fertige Teil in der Hand zu halten, ist mit der Vorstellung eben nicht zu vergleichen. Und ein bißchen arg spannend ist es auch deshalb, weil man mit allen Fehlern und Mängeln, die dann trotz aller Sorgfalt sicher immer noch da sind (fehlerlose Bücher gibt es nicht), leben muss. Für mich als kleine Perfektionistin schwer zu ertragen - wahrscheinlich habe ich das Gefühl, einen Schnaps trinken zu müssen, nachdem ich das Paket mit den Belegexemplaren aufgerissen habe.

Beim bösen A ist Neues Leben für alte Kleider schon gelistet (wobei ihr es aber besser in der kleinen Buchhandlung an der Ecke bestellt), das Cover wurde aber nochmal geändert, in Wirklichkeit sieht es dann aus wie oben auf dem Foto. Bei den Projekten im Buch ist auch für absolute Nähanfänger einiges dabei, und manches, wie die geknöpften Wollstulpen, können auch Kinder umsetzen. Neues Leben für alte Kleider ist also eher nicht für versierte Refashionistas oder hingebungsvolle Nähnerds gedacht, aber ich habe die Hoffnung, dass Näh-Neulinge aller Altersstufen Lust bekommen, ein bißchen mit alten Kleidern zu experimentieren. Gerade wenn man mit dem Nähen anfängt, ist es doof, Stoff zu kaufen und den womöglich zu verschneiden, da ist es doch viel entspannender, erst mal mit Material anzufangen, das sowieso herumliegt, und um das es nicht so schade ist, wenn das Nähwerk noch nicht so gut gelingt.

Ich melde mich dann Ende Oktober nochmal zu dem Thema, sobald das Buch da ist und ich den Schnaps (s. o.) verdaut habe, dann zeige ich euch ein bißchen was.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Die grüne Strickjacke und das (vorläufige) Ende der Strickkrise

 
Drüben beim Me made Mittwoch bin ich heute Gastgeberin und zeige diese Strickjacke aus Cotton Merino, die mich wirklich Nerven gekostet hat. Ich bin zwar eine begeisterte, aber ehrgeizlose Strickerin. Anders als beim Nähen habe ich beim Stricken nicht den inneren Antrieb, alles verstehen und alles lernen zu wollen. Ich finde das Stricken an sich sehr entspannend und immer dann am besten, wenn ich einfach einer Anleitung folgen oder bei selbst ausgerechneten Strickteilen vor mich hinstricken kann. Wenn Entscheidungen getroffen werden müssen oder technisch etwas schwierigere Elemente anstehen (Bündchen, Kragen, mehrere Abnahmen oder Zunahmen gleichzeitig), dann bleibt das Gestrickte oft liegen, weil ich auf den Moment warte, wenn ich "mal richtig Zeit" habe, um mich damit zu beschäftigen. Dieser Moment kommt natürlich niemals, und so sind diese "Stellen" bei der Mittwochsmasche schon zum running gag geworden.


Die Strickjacke war, nachdem Vorderteile, Rücktenteil und Ärmel fertig waren, sozusagen eine einzige "Stelle": Weder hatte ich vorher schon mal Taschen in ein Kleidungsstück gestrickt, noch einen Schalkragen, und die Technik der verkürzten Reihen muss ich bei jedem Anlauf wieder im Detail nachlesen. Ich nehme mir sonst bei Strickprojekten höchstens eine mir bisher unbekannte neue Technik vor, sonst wird es mir zu anstrengend - und genau das war hier passiert, die Jacke war anstrengend. 


Für die technische Seite von eingestrickten Taschen und angestrickten Kragen war "Wir stricken und häkeln" von Ulrike und Kurt Wermut Graef aus den 1970er Jahren sehr hilfreich. Die Strickmodelle in dem Buch würde man heute zwar nicht mehr tragen wollen, aber der sehr umfangreiche Technikteil enthält zum Beispiel eine Doppelseite Kragenlösungen, die ausreichend ausfürhlich beschrieben werden.


Auch die eingestrickte Taschen (die bei der Jacke leider etwas zu klein sind und etwas zu hoch liegen, um wirklich brauchbar zu sein), strickte ich nach der Anleitung im Buch.

Lustig ist es auch - ich liebe den starren Blick des Dackels auf diesem Foto, der wahrscheinlich damit zu tun hat, dass ihm jemand außerhalb des Bildes eine Wurst zeigt:


Die Fertigstellung der Jacke schob ich im späten Frühjahr jedenfalls derartig auf die lange Bank, dass völlig überraschend Sommer und superheiß wurde. Bei über 30 Grad stricke ich nicht mehr - schon gar nicht mit wollhaltigem Garn - und im September hatte ich derartig vergessen, was ich vorhatte, dass der Neustart sehr holprig und langwierig war.

 


Ich bin wirklich froh, die Jacke bewältigt zu haben, merke mir für nächstes Mal, dass eingestrickte Taschen etwas tiefer sitzen sollten (und eine Jacke mit Taschen daher länger sein muss) und dass ein angestrickter Schalkragen eigentlich gar nicht so schwierig ist - auch wenn ich die Sache mit den verkürzten Reihen beim nächsten Mal sicher wieder nachschlagen muss. Und als nächstes stricke ich dann mal etwas Einfaches nach Anleitung! 

Technische Details
Garn: Cotton Merino - Drops, Farbe 22, dunkelgrün, etwa 450g (allein Blenden und Kragen verschlangen fast 50g), Rest für die Taschenbeutel
Nadel: Nr. 4, für Bündchen 3,5
Muster: Zickzackmuster aus rechten und linken Maschen, Bündchen 1re verschränkt, 1 links

Freitag, 9. Oktober 2015

"Quiltessential" - ein Grundlagenbuch von Erin Burke Harris [Blogtour]


Deutschsprachige Grundlagenwerke übers Quilten sind eher rar gesät. Das hat sich seit meiner Quiltphase vor ein paar Jahren nicht grundlegend geändert, und so gehen die meisten Quiltanfängerinnen wahrscheinlich so vor, wie ich damals auch: Probieren hier etwas, schnappen dort ein bißchen Technik auf und wurschteln sich durch. Zwar gibt es alle Informationen im weiten Internet, aber die muss man finden - und am besten gleich die englischen Fachbegriffe kennen, denn die Quiltwelt spricht nun mal zum größten Teil Englisch. Der Haupt-Verlag ließ nun ein modernes Quilt-Grundlagenbuch übersetzen, Quiltessential von Erin Burke Harris, die auch ein interessantes Näh- und Quiltblog schreibt.  


Ihr Buch bietet wirklich das essentielle Quiltwissen, kurzgefasst zum Nachschlagen, so dass man es sicher immer noch oft in die Hand nimmt, wenn man die Anfängerphase schon hinter sich gelassen hat. In vier großen Kapiteln wird die gesamte Entstehung eines Quilts abgehandelt: Von der Auswahl der Stoffe, der Kombination der Farben, über den Entwurf des Musters und der Einfassungen bis zum Zusammennähen und Quilten. Neben den kurz gefassten, sehr klaren und übersichtlich gegliederten Anleitungstexten werden viele Schritte durch Grafiken oder Schritt-für-Schritt-Fotos veranschaulicht.


Kleine Fotos von Quilts in der gerade besprochenen Technik und vor allem die Porträts moderner Quilterinnen, die die Kapitel abschließen, liefern Augenfutter, das Lust macht, gleich mit der Planung eines neuen Quilts zu beginnen. Die Auswahl der Quilts ist wirklich frisch und modern, und wer regelmäßig Quiltblogs liest, wird einigen Stars der Quiltszene wiederbegegnen. 

An dem Buch gefällt mir besonders, dass sich die Auswahl der Quilts und der beschriebenen Techniken nicht allein auf das Patchworken mit den typischen Quiltstoffen aus Baumwolle beschränkt. Im Stoffkundekapitel am Anfang des Buches werden genauso Stoffe wie Samt, Denim und Wolle besprochen, jeweils eine Doppelseite ist Spezialtechniken wie japanischem Sashiko, hawaiianischen Applikationsquilts, Quiltcollagen und provenzalischen Quilts gewidmet. In diesem Umfang können die Erklärungen natürlich nicht sehr in die Tiefe gehen - bei der sehr knappen Anleitung für Paper Piecing/Nähen auf Papier wird wohl jede absolute Anfängerin kapitulieren - aber sie liefern einen guten Eindruck, was alles mit der Quilttechnik möglich ist und wo sich das Weiterlesen in Spezialbüchern lohnt. 


Sehr angetan bin ich auch von der deutschen Übersetzung und Bearbeitung: In den Texten werden neben den übersetzten Fachbegriffen auf Deutsch parallel immer auch die englischen Begriffe genannt, was die Orientierung in Quiltblogs und auf Quiltwebseiten sehr erleichtert, wenn man damit nicht vertraut ist. Ebenso werden alle Maße parallel in Zentimeter und in Zoll (inches) angegeben, eine Tabelle zu Matratzenmaßen und sich daraus ergebenden typischen Quiltdeckenmaßen wurde auf die europäischen Verhältnisse angepasst.

Anleitungen für konkrete Projekte, Schnittmuster oder eine Auswahl von traditionellen Patchwork-Blockmustern enthält das Buch nicht. Quiltessential ist daher vor allem ein Buch für die selbständige Quiltanfängerin, die sich über das Wie und Warum belesen möchte und einen Leitfaden an die Hand bekommt, aus der Fülle von Materialien und Techniken das Passende für ihr Projekt zu wählen. Dass das Buch keine Mustersammlung enthält, finde ich ein bißchen schade - das hätte das Buch in meinen Augen rund gemacht - aber um auch das noch zu bieten und wirklich alle Aspekte des Quiltens abzudecken, müsste es wohl noch hundert Seiten umfangreicher sein. Der Anhang mit Links zu den Blogs und Webseiten der beteiligten Quilterinnen, zu Quilforen und Quiltzeitschriften bietet ja auch einen guten Startpunkt, um sich in Quiltinspirationen zu verlieren.

Der Haupt-Verlag verlost in seinem Blog 10 Exemplare des Buchs Quiltessential von Erin Burke Harris. Auf der Verlagswebseite kann man außerdem durch eine Leseprobe blättern.

[Dieser Beitrag erscheint im Rahmen einer Blogtour, gestern erschien ein Beitrag bei Quilts und mehr, morgen geht es weiter bei Stoffbreite. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Alle Teilnehmerinnen der Blogtour: 

01. Okt 15 http://aylin-nilya.blogspot.com/
02. Okt 15 http://nadel-garn-tee.blogspot.com/
03. Okt 15 http://allie-and-me-design.blogspot.com/
04. Okt 15 http://das-mach-ich-nachts.com/
05. Okt 15 http://sternwerfer.blogspot.com/
06. Okt 15 http://zeit-fuer-patchwork.blogspot.com/
07. Okt 15 http://reginasquiltblog.blogspot.com/
08. Okt 15 http://quiltsundmehr.blogspot.com/
09. Okt 15 http://nahtzugabe.blogspot.com/
10. Okt 15 http://blog.stoffbreite.de/
11. Okt 15 http://sunset-sewing.blogspot.com/
12. Okt 15 http://hansundgrete.blogspot.com/
13. Okt 15 http://capricornquilts.blogspot.com/
14. Okt 15 http://nanasnw.blogspot.com/
15. Okt 15 http://.quiltecke.blogspot.com/
16. Okt 15 http://quiltmanufaktur.blogspot.com/
17. Okt 15 http://machenundtun.blogspot.com/
18. Okt 15 http://www.ellisandhiggs.com/
19. Okt 15 http://kingaisabellaquilts.blogspot.com/
20. Okt 15 http://quilt-virus.com/
21. Okt 15 https://venividivicky.wordpress.com/
22. Okt 15 http://patchworkangela.blogspot.com/
23. Okt 15 http://durbanvilledesign.blogspot.com/
24. Okt 15 http://tagfuertag.typepad.com/weblog

Montag, 5. Oktober 2015

Nähzubehör-Hack: Kleben statt Heften


Das Umfunktionieren von Haushaltsdingen für Nähzwecke macht mir ja große Freude: Eine einfache Lösung für ein Nähproblem zu finden, ohne Spezialanschaffungen, einfach nur mit Sachen, die ohnehin vorhanden sind und der Zubehörindustrie ein Schnippchen schlagen. Das Motto: "Erlaubt ist, was funktioniert", mag nicht das Motto ausgebildeter Schneiderinnen und Schneider sein, aber ich finde es lohnt sich, ungewöhnliche Wege zu erproben. Ich habe z. B. mal eine Architektin kennengelernt, die Schnitteile beim Zuschneiden mit ein paar Klebestreifen auf dem Stoff festklebt.

Ich benutze ab und zu einen Klebestift aus dem Bürobedarf für das großflächige Befestigen kniffeliger Stellen beim Nähen und empfehle das auch weiter, ernte aber meistens ungläubige Blicke. Dabei sind Papierklebestifte (anders als das vielgepriesene Stylefix) in kaltem Wasser auswaschbar.

Seitdem mir Henriette, die Linkshänderin, einen so genannten  "Gütermann Fixierstift" aus alten Beständen mitbrachte, fühle ich mich rehabilitiert: Was ich mache, ist also gar nicht so verschroben und unfachfraulich, denn es gab dafür sogar schon mal ein Spezialzubehör.


Der Gütermann Fixierstift entspricht - bis auf den Aufdruck - einem normalen Klebestift für Papier. Da die Herstellerangabe an der Seite noch eine alte vierstellige Postleitzahl trägt, sollte der Stift vor 1990 hergestellt worden sein.


Ein bißchen eingetrocknet ist der Stift in den etwa 25 Jahren, daher haftet der Bürokleber (links) besser. Und nun bin ich neugierig: Benutzt hier noch jemand Klebestifte beim Nähen? Oder funktioniert ihr andere Haushaltsdinge beim Nähen um? 

Sonntag, 4. Oktober 2015

Winterjacken-Sewalong Teil II: Schnitt und Stoffvorstellung

Beim zweiten Treffen des Sewalongs geht es um Stoffe und Schnitte und im MemadeMittwoch-Blog auch um Membrane und Funktionsstoffe, die man zwischen Futter und Oberstoff verarbeiten kann, um Jacke und Mantel wärmer und windundurchlässig machen. Karin gibt dort einen Überblick und sammelt heute und morgen die Beiträge. Ihr seid herzlich eingeladen, in den Kommentaren eure Erfahrungen mit diesen Zwischenlagen und eure Bezugsquellen zu verraten, so dass wir alle davon profitieren können.

Da ich einen Übergangsmantel nähen möchte, muss ich mich mit solchen Materialfragen nicht herumschlagen: Der Mantel besteht nur aus Oberstoff - einem ganz weichen, smaragdgrünen Mantelvelours aus Wolle - und magentarotem Viskosefutter, für diesen Zweck seit 2012 gelagert und mittlerweile genügend abgelagert und gereift, um angeschnitten zu werden. 

Die Suche nach dem richtigen Schnitt hat mich allerdings tagelang beschäftigt. Bei meiner Schnittmusterauswahl am Anfang war ja kein unangefochtener Favorit dabei, dann habe ich mir natürlich die 73 verlinkten Beiträge angeschaut und einige auch ganz interessante Schnitte gesehen, aber eben nichts Passendes zu meinem Stoff, was mich vollkommen umgehauen hätte. Spannend fand ich, dass es wirklich einen Näh-Trend zu weit geschnittenen Mänteln und Jacken gibt im Vergleich zum Herbstjackensewalong letztes Jahr - Monika hatte das beim letzten Treffen schon bemerkt, und den Eindruck hatte ich auch. Aber wir arbeiten wohl alle noch daran, uns an die weiten Schnitte zu gewöhnen: Wie weit ist zu weit? Und was zieht man dazu an? Schließlich möchte niemand den Winter in einem unförmigen Jackensack verbringen.


Da ich mit Überlegen und dem Lauschen aufs Bauchgefühl nicht weiter kam und außerdem ein Nähkränzchen unmittebar bevorstand, ging ich pragmatisch vor und schnitt kurzerhand Mantel 128 aus  Burda 8/2014 zu, für den mein Stoff reichte und der wegen der symmetrischen Front auch gut aussehen würde, wenn ich ihn offen trage.


Kurzerhand, weil ich dazu neige, größere Nähprojekte so lange zu zerdenken, bis ich schließlich gar nichts nähe. Wenn ich mich von dem Anspruch befreie, den aller-allerbesten Mantel aller Zeiten mit perfekter Harmonie aus Stoff und Schnitt nähen zu müssen, geht's eigentlich.

Alle Nähpläne auf der Suche nach Perfektion und Stoff-Schnitt-Harmonie finden sich im MemadeMittwoch-Blog. Weiter geht's am 17. Oktober mit dem zweiten Zwischenstand und dem Thema: "Was ihr schon immer über Reverskragen wissen wolltet, aber euch nicht zu fragen trautet." 

Samstag, 3. Oktober 2015

Verspätete Mini-Stoffspielerei im September: Falten


Ich schiebe einen Berg fast fertiger Blogposts vor mir her, einer davon ist dieser Beitrag für die Stoffspielerei im September, die am letzten Sonntag fällig gewesen wäre. Griselda hatte als Aufgabe das Thema "Falten" gestellt und die Beiträge gesammelt. Ich nähte am Sonntag sehr zügig und erfolgreich an meinem Wintermantel, vervollständigte dieses Täschchen erst am Dienstag und hatte dann Abendveranstaltungen und/oder so viel zu tun, dass ich nicht zum Bloggen kam. Aber jetzt! Dabei ist mein Faltenversuch auch noch unglaublich simpel und schnell hergestellt.


Ich wollte ausprobieren, wie "wilde" Falten wirken, ohne Abmessen gelegt und ein bißchen kreuz und quer verschoben. Die Methode (wenn man das so hochtrabend benennen will), ist ideal zum Herumhuddeln, bei regelmäßigen Falten würde das Messen und Vorbereiten wohl länger dauern als das Nähen, und zum Schluss wären die Falten (zumindest bei mir) dann doch nicht ganz gleichmäßig.



Hier sieht man  Vorder- und Rückseite des Grundstoffs: Die schmalen Falten habe ich bewusst nicht parallel und in unterschiedlichen Abständen eingelegt und abgesteppt (damit sind daraus im Prinzip Biesen geworden). Für das Täschchen wurde der Stoff plattgebügelt und bekam eine Lage Wattierungsvlies und ein Futter.


Beim Annähen des Reißverschlusses kamen die Falten mal glatt, mal gegen den Strich zu liegen, auch das ist Zufall. Die Tasche hat eine sehr schöne Haptik, irgendwie organisch, sie fordert dazu heraus, an den Falten entlangzustreichen. Maximler effekt mit minimalem Einsatz sozusagen.

Guckt euch unbedingt auch die anderen, pünktlichen und viel komplizierteren Beiträge der Stoffspielerei an. Der nächste Termin ist am 25. 10., dann geht es um Spitze, und Karen wird die Beiträge sammeln.