Donnerstag, 14. September 2017

Aus einem alten Oberhemd genäht (111 aus Burdastyle 2/2014)


Eine spontane, schnelle und dabei sehr befriedigende Refashion-Näherei habe ich gestern unternommen und dabei festgestellt: Aus einem alten Oberhemd Größe 52 lässt sich mühelos ein kurzes Top mit gerüschten Ärmeln nach Burdaschnitt 111 aus Heft 2/2014 nähen, jedenfalls in Größe 38.

Das Zuschneiden war ganz einfach: Das Vorderteil des Tops passt auf den oberen Teil des Hemdvorderteils, so dass die Knopfleiste in der Mitte verläuft. Am Ausschnitt darauf achten, dass der oberste Knopf weder zu nah noch zu weit weg von der Ausschnittkante ist.


Das Top-Rückenteil passt auf dem oberen Teil des Hemdrückens und die Raglanärmel passten geradezu beängstigend genau auf die Ärmel des Hemds. Ich konnte die Ärmel sogar mit Hilfe des Schnitts 113 aus dem gleichen Heft verlängern, wobei ich eine knappe Handbreit der Verlängerung dann doch wieder wegschnitt. Die Ärmel sind jetzt ab Achsel etwa 20 cm lang.


Der untere Teil des Hemdrückenteils reichte für zwei Stoffstreifen für die Ärmelrüschen. Bei einem Streifen verwendete ich den abgerundeten Hemdsaum einfach weiter und legte Anfang und Ende beim Annähen ein Stück übereinander. Bei der zweiten Ärmelrüsche sind die Enden wie üblich zum Ring verbunden.


Ich bin nicht sicher, ob die Ärmellänge so klug gewählt ist - die Rüsche befindet sich mit dem Saum des sehr kastigen, kurzen Tops fast auf einer Höhe, das könnte insgesamt ziemlich kastig und quadratisch wirken. Da ich das Oberteil am Wochenende beim Lillestoff-Festival anziehen wollte, wo ich zwei Oberhemden-Upcycling-Workshops gebe und wo es sicher nicht besonders warm wird, wollte ich aber unbedingt etwas längere Ärmel haben.

Wie sich die Ärmel- und allgemeinen Proportionen verhalten, kann ich erst richtig beurteilen, wenn ich Fotos von mir in dem Teil gesehen habe. (So weit ist es mit mir also schon gekommen, jahrelanges Nähbloggen hinterlässt seine Spuren: Ohne Outfitfotos geht gar nichts mehr.) Zur Not verkürze ich die Ärmel später noch ein Stück, jetzt am Wochenende trage ich die Bluse erstmal so, wie sie ist. Von der Konstruktion der Raglanärmel bin ich ohnehin nicht so sehr überzeugt - die Naht zwischen den Ärmeln und dem Vorder- bzw. Rückenteil verläuft ziemlich körperfern, das heißt die Armausschnitte sind sehr groß, was für die Beweglichkeit der Arme nicht unbedingt von Vorteil ist. Aber ich will dem Tragetest nicht vorgreifen, vielleicht freunde ich mich ja noch damit an. Genug Hemden, um weitere Rüschenärmelblusen zu nähen, wären vorhanden.

Die Details zusammengefasst:

Schnitt: 111 aus Burdastyle 2/2014, Größe 38
Änderungen: Ärmel ca. 15 cm verlängert, rückwärtiger Ausschnitt hochgesetzt, Ärmelrüsche ausgehend vom vorhandenen Material zugeschnitten
Material: ein altes Oberhemd Größe 52, Rest Schrägband zum Versäubern des hinteren Halsausschnitts, ein Stück von einem anderen Hemd für den Ausschnittbeleg vorne

20 Kommentare:

  1. Auf ein Tragefoto bin ich auch gespannt, aber erstmal toll, daß du probiert hast, daß genau ein Hemd dafür reicht.Das Oberteil auf den Cover sieht aber eher nach Strickstoff aus.Ungewöhnlich dafür Brustabnäher einzuarbeiten.
    Die Ärmel hätte ich wohl auch länger gemacht. Tolle Lösung den gerundeten Saum so einzusetzen.
    Viele Grüße Karen

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    1. Du hast Recht, beim Covermodell wurde Strickboucle verwendet, es gibt den Schnitt im Heft aber noch mit 2 Varianten aus "Stoff mit etwas Stand". Der Schnitt soll also universell funktionieren, was ich auch etwas bedenklich finde. Aus Strickstoff hätte er sicher einen schöneren Fall um die Schultern herum.

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  2. Gut gemacht und aber ein leichtes 'Aetsch' von mir hier: habe etwas, aehem, 'umfangreicheren' Mann und damit eben bei seinen Hemden mehr Stoff zur Verfuegung.
    Nachteil: ich brauche DIEsen (Stoffmenge) selbst leider auch sehr gut ;-) :-D
    O.K., Scherz beiseite: ich finde Deine Vielfalt bzgl. Naehens immmmer wieder toll; Gratuliere!

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  3. Ich muss sagen, dass mich Refashion-Näherei selten begeistert, aber dein Projekt finde ich rundum gelungen. Sehrsehr hübsch und absolut im Trend. Ich bin gespannt, ob du die Bluse an dir leiden magst.
    LG von Susanne

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    1. Danke! Ich zeige sie sicher noch einmal am Mittwoch, dann berichte ich.

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  4. Einfach nur genial, wie gut, dass ich eine Ladung Oberhemden von einem Bekannten erwarte. Er hatte als er noch in Berlin wohnte, einen Laden, wo er seine Hemden aufhübschen könnte, hier gibt es sowas leider nicht. LG Anja

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    1. Ja, nicht wegwerfen! Man kann bei vielen Blusenschnitten mit kurzen Ärmeln Glück haben, dass die Teile auf ein Hemd passen.

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  5. Woahh, dann sehe ich es ja im Original :-) Soll ich dir dann morgen eine Beurteilung geben, ich werde da auch irgendwo rumlaufen :-) Wobei du warscheinlich wieder im dritten Stock verschwinden wirst, oder?
    Liebe Grüße
    Ina

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    1. Ohja, bitte! Ich bin bestimmt zu verpeilt, dich zu erkennen und richtig zuzuordnen, aber wenn du mich siehst, sprich mich an! Ich werde allerdings wirklich die meiste Zeit oben beim Workshop sein, das stimmt.
      Dann vielleicht bis morgen!

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  6. Am Bügel sieht es jedenfalls schon toll aus! Bin gespannt, wie der Tragetest wird. Vielleicht sehe ich dich ja sogar damit, ich bin am Sontag da. :)

    Danke, daß du den Zuschnitt so genau beschreibst. Ich plante schon länger etwas ähnliches, nur mit dem Schnitt der Grande Arche Bluse und hoffe, daß ich da auch mit einem Hemd hinkomme.
    Liebe Grüße
    Marlene

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    1. Oh, das ist schön, dann sprich mich an, wenn du mich siehst! Wenn ich mich Samstag bekleckere oder sowas ziehe ich Sonntag allerdings etwas anderes an, hihi.

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  7. Das sieht auf dem Bügel schon mal sehr schön aus! Ich habe hier auch das ein oder andere Männerhemd herumliegen... das bringt einen auf Ideen...

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  8. Wunderbar...das wären meine Lieblingsfarben....gute Idee, den Schnitt auf dem Hems auszuprobieren.
    LG schurrmurr

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  9. Schönes Projekt!! Ich gehe mal Hemden aussortieren......

    Liebe Grüße
    Hendrike

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  10. Oh, das klingt irgendwie nach einem ziemlich befriedigenden Projekt! Mich juckt es gerade in den Fingern, meinen Vater nach einem abgelegten Hemd zu fragen. Aber eigentlich stehen mir so kastige Schnitte erfahrungsgemäß so überhaupt GAR nicht, dass ich vielleicht doch lieber die Finger still halte.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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    1. Du könntest es ja auch mit einem taillierten Blusenschnitt versuchen - es passt ganz oft.

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  11. Das ist wirklich toll und einer der mittlerweile wenigen Momente, in denen ich es hasse, keine 38 zu tragen. Je größer die Größe, umso schwieriger wird es ja mit Upcycling. Deine Bluse durfte ich ja schon live bewundern und finde sie einfach toll!

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  12. Die Bluse sieht gelungen aus, normalerweise bin ich kein so großer Fan von Hemden-Upcycling. Außer in Quilts verarbeiten, das geht. Leider trägt der Göttergatte hauptsächlich Hemden in weiß und hellblau bzw. blau gestreift, was mir überhaupt nicht steht. Vielleicht sollte ich einfach zwei, drei Hemden dunkelgrün umfärben, hm.... Ganz neue Ideen!

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  13. Wie schön die Bluse geworden ist. Wusste ich doch gleich, als ich die Bilder vom Lillestoff-Festival sah, dass mir der Schnitt bekannt vorkommt.
    Und genau diese Ärmel sind mein nächstes Projekt: Kleid 113 aus derselben Burda, nur mit den Ärmeln von Bluse 111.

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Vielen Dank für deinen Kommentar!